Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011
Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011
Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011
Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011
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Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011
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Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011

Sonderausstellung „Berührungen II“

Sonderausstellung  „Berührungen II“ vom  05. 11. 2010 – 03. 07. 2011

Joachim Schmidt – Walter Roos – Siegfried Rischar – Helmut Gehrig

Berührungen II ist die konsequente Fortsetzung von „Berührungen I“

Beide Ausstellungen sind dem Glattbacher Künstler Joachim Schmidt zu seinem 85. Geburtstag gewidmet.

Bei „Berührungen II“ gibt es auch wie in „Berührungen I“ zufällige historische außere Berührungen, doch die inneren Berührungen gehen tiefer.

Vier junge Männer in weißen Kitteln malen Kinoreklame. Der Zufall hat sie nach dem Krieg bei der Firma Werbe Welter zusammen geführt. Ein Foto zeigt dies.

Es waren Joachim Schmidt, Walter Roos, Siegfried Rischar und Helmut Gehrig. Berührungen – das Foto provoziert die Frage nach der Entwicklung und den künstlerischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Aus den vorhandenen Gemeinsamkeiten erwuchsen höchst unterschiedliche Wege. Gemeinsam aber ist allen Vieren der Horror des Krieges. Sie haben Tod und Entsetzen erlebt und müssen nun ihr Mensch-sein neu definieren. Diese existentielle innere Berührung verdichtet sich bei jedem einzelnen von ihnen zu künstlerisch bewegenden Aussagen.

Joachim Schmidt – Er zeigt schon in jungen Jahren nicht nur ein ungewöhnliches Gespür für das Setzen von Farbe und Licht, sondern auch eine außerordentliche Empfindsamkeit dem Menschen gegenüber. Diese ist geblieben und nichts hat er vergessen.

Ebenso wenig wie Siegfried Rischar ist Joachim Schmidt einer Stilrichtung zuzuordnen. Seine Arbeiten sind  von einem eigenen, grenzüberschreitenden Realismus geprägt, welcher häufig in die griechische Mythologie eintaucht, und sich einer allegorischen Sprache bedient.Aber er kann auch federleicht aquarellieren und anmutig zeichnen.

Frieden ?? fragt auch Siegfried Rischar in einer Bleistiftzeichnung  in der ein mit Stacheldraht umwundenes Kreuz hinabzustürzen droht. Und mit aller Kraft mit Händen hinaufgezogen wird. Auch in Siegfried Rischar sitzt das Entsetzen tief.

Ähnlich wie Joachim Schmidt hat Siegfried Rischar eine sehr spezifische Ausdrucksweise entwickelt. Seine Arbeiten sind dabei getragen von einer spürbaren Musikalität, die sich im Rhythmus von Farbe und Form spiegelt.

Siegfried Rischar verband von 1957 – 1963 eine spannende Atelierzeit mit Walter Roos, eine Berührung von zwei äußerst unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten. Hier der grübelnde, der verwundbare Siegried Rischar,dort der gesellige, spontane Walter Roos. Aber vielleicht resultierte gerade aus diesem Unterschied die tiefe Verbundenheit, die trotz der künstlerisch unterschiedlichen Ansätze zu gemeinsamen Wandmalereien und Graffiti führte.

Kritisches Denken war Walter Roos sehr wichtig. So finden sich in seinem Werk anklagende Gegenüberstellungen, warm und sonnig das Landschaftsbild vom idyllischen Hafenlohrtal und in einem weiteren Gemäldeentwurf das gleiche Bild mit Bagger und Staumauer des geplanten Wasserspeicherprojekts. Wunderbar belebend sind dagegen Walter Roos Werke in denen er der Muse, Kunst und Sinnlichkeit huldigt.

Helmut Gehrig hat mit Walter Roos in Darmstadt studiert. Und war ebenfalls lange Zeit als Grafiker in der Werbe-Branche tätig. In seinem  Werk, das sich in den verschiedensten Techniken immer wieder mit dem Ursprung allen Seins befasst, verarbeitet er sehr spät die Trauer um Eltern und Bruder, die bei einem Bombenangriff ums Leben kamen.

Immer wieder verknüpft Helmut Gehrig die Schönheit des Lebens mit der immanenten Vergänglichkeit. Seine Linien sind oft rau angerissen, als sei der vergängliche Fluss ins Stocken geraten. Sie können aber auch von fließender Eleganz und edel ausgeprägt sein.

„Berührungen II“  - unter diesem Aspekt sind die vier Künstler  Joachim Schmidt, Walter Roos, Siegfried Rischar und Helmut Gehrig noch nie zusammengeführt worden. Zum 85. Geburtstag von Joachim Schmidt wollte der Kunstverein Glattbach e.V. das damalige Foto, das sie beim Malen von Kinoreklame bei Werbe Welter zeigt zum künstlerischen Leben erwecken und damit einem Künstler Reverenz erweisen, der nach den prägenden frühen Jahren, nach Krieg und dem Verlust seiner Heimat , in Glattbach ein neues Zuhause gefunden und die Gemeinde bereichert hat.




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