Sonderausstellung „Berührungen I“ vom 05. 03. 2010 – 04. 07. 2010
Anlässlich des 85. Geburtstages von Joachim Schmidt und Walter Helm
präsentierte der Kunstverein Glattbach e.V. Werke zweier Künstler, die im gleichen Jahr geboren wurden, sich aber völlig unterschiedlich entwickelten.
Sie gehörten beide einer Generation an, die mit den Kriegswirren konfrontiert waren. Dieses Grauen wurde zum ständigen Begleiter beider Künstler und bestimmte ihr Werk.
Die Ausstellung zeigte aber nicht nur die schwere Seite der beiden Künstler, sondern auch die gesellige, heitere.
Da sind die beschwingten Landschaftsaquarelle und die anmutigen Kinderportraits von Joachim Schmidt ebenso wie die leichten Reisebilder und das zierliche Schachspiel von Walter Helm, sowie seine in markanter Ironie gestaltete Skulptur aus ausrangierten bäuerlichen Materialien.
Der Schwerpunkt der Ausstellung lag auf der Gegenüberstellung der Werke von Joachim Schmidt und Walter Helm. Dabei wurden Berührungen unterschiedlichster Art sichtbar, welche die ganze Vielfalt der Ausdruckspalette beider Künstler erkennbar macht.
Beide dringen tief ein in das Leid der Welt. Bei Joachim Schmidt gellt der Schrei des Entsetzens nach außen, bei Walter Helm erstickt er qualvoll nach innen.Den Arbeiten von Joachim Schmidt und Walter Helm kann man sich nicht entziehen Ihre inneren Berührungen gehen tief und nach außen weiten sie sich in den Raum wie die Installation „Es war ein Mensch“ von Joachim Schmidt. Ein ebenfalls in den Raum wirkendes schwarz-blaues Materialbild von Walter Helm korrespondiert hiermit.
Ganz anders berühren die leichten Arbeiten der beiden Künstler. Da sind die lockeren Landschaftsaquarelle und die anmutigen Kinderporträts von Joachim Schmidt und daneben das ausdrucksstarke Porträt der Frau von Walter Helm und dessen südliche Reise-Impressionen in beschwingten Farben. Diese leichten Arbeiten erscheinen wie erlösende Spielereien, die das Überleben ermöglichen.
Trotzdem bleibt der Eindruck, dass sich hier zwei Künstler nur für wenige Momente von ihrer seelischen Last befreien . Zwei, die das Dunkel gesehen haben. Und die zum Licht drängten - der eine zeitlebens, der andere nach wie vor. Beider Leben berührten sich nicht unbedingt intensiv. Ihre Bilder dafür aber umso mehr.
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